Ausbau der Brückenstraße mit Begrünung

Im September 2022 fanden zwei Veranstaltungen statt:

Im Sitzungssaal des Technischen Rathauses fand am 19. September 2022 eine öffentliche Sitzung der Grünen-Fraktion statt, bei der mit Bürgern über das Vorhaben der Gestaltung der Brückenstraße zwischen Theaterstraße/Mühlenstraße und Straße der Nationen diskutiert wurde. Es gab einen Ratsbeschluss, wonach dort die Straßenbahn künftig verkehren soll und zwar in Mittellage. Den Antrag der BÜNDNISGRÜNEN Fraktionsgemeinschaft zu Verkehrsberuhigung der Brückenstraße lehnte die Stadtratsmehrheit ab.

Die Entwurfsplanung ist zwar noch nicht fertig, aber die Straßenbahn, die dort in kurzen Abständen verkehren soll, wird die Transparenz zwischen den Straßenseiten nicht fördern sondern eher bremsen. Es gibt noch die Möglichkeit, die Trasse in Seitenlage zu verlegen und den Mittelteil der Straße wie auf dem Bild zu begrünen.

 

Die Verbindung des Zentrums mit den Einrichtungen Kunstsammlungen, Theater, Uni und der neuer Bibliothek muss jedenfalls besser werden. Die wichtige Fläche vor dem Marx-Kopf diente immer für Volksfeste. Das hat Frau Brittnacher mit ihrem Wimmelbild sehr schön dargestellt und vom Publikum kam die Frage: „warum nicht so“?  

Das Ziel des Mittelsächsischen Verkehrsverbundes, die umliegenden Städte und Gemeinden mit der Straßenbahn zu erreichen ist zwar positiv zu beurteilen, darf aber nicht zu Lasten der Entwicklung und Überlastung des Stadtzentrums führen.

Es bleiben Möglichkeiten, entlang der Straße an der Stadthallenseite Bäume zu pflanzen, damit die Aufheizung der Straßen verhindert wird und um den „Kopf“ wieder die Originalbepflanzung vorzusehen.

Die derzeitige Brückenstraße mit dem Karl-Marx-Kopf.

Illustration: Stephanie Brittnacher

Bebauung der Bahnhofstraße, Baufelder 1-5

Im Versammlungsraum der Stadtbibliothek stellten unter Anwesenheit des Baubürgermeisters Michael Stötzer die beiden Investorengruppen Simmel Chemnitz GmbH (Baufelder 1 und 2) und BPD Immobilienentwicklung (Baufelder 4 und 6), sowie die Hansa Real Estate (Baufelder 3 und 5)  am 20. September 2022 Ihre Planungen vor. 

Bei langwierigen archäologischen Grabungen wurde ein sensationeller Fund, eine Mikwe freigelegt. Das ist ein jüdisches rituelles Tauchbad, das in einem der Häuser in dem ehemaligen Zentrumsbereich verschüttet war. Der Baufortschritt ist in den Baufeldern 1 und 2 am weitesten gediehen. Ein Modell veranschaulichte das künftige Aussehen.

Das Stadtforum stellte die Frage, wie die Baufelder zum urbanen Leben in der Innenstadt beitragen können, wenn die Kernstadt durch eine sechsspurige Straße von den Baufeldern getrennt ist. Hier offenbart sich das alte Problem, das nicht verfolgt wird, nämlich die Verlegung der Straße in einen Innenstadtring. Weiterhin wird bedauert, dass das viele Grün und die bequeme Parkfläche neben dem Kulturkaufhaus entfällt. Letzteres leidet ohnehin schon an Leerstand und Besuchermangel. Auf solche Fragen erhält man meistens nur vage Antworten. Bereits die abweisende lange Glasfront der energie eins- Zentrale trägt nicht zum Verweilen dort bei. Kein Kaffee und kein Geschäft vom Johannisplatz bis zum SMAC (ehemaliges Schocken-Kaufhaus) ziehen die Menschen an.

Positive Nachricht: Seit Anfang des Jahres gibt es eine Direktverbindung von Chemnitz nach Rostock über Riesa-Berlin in etwa 5 Stunden. Da waren auch Akteure hinterher, um das zu verwirklichen. Immer noch ist Chemnitz aber abgehängt von früher bestehenden Direktverbindungen.

 

Ausblick auf die Bahnhofstraße in Richtung Stefan-Heym-Platz/smac.

Die Bahnhofstraße zwischen Stefan-Heym-Platz und Zentralhaltestelle. Unten rechts befindet sich das ehemalige Kaufhaus Schocken (heute smac).